SCHMERZEN in der BLASE 
chronische Schmerzen in der Blase

Mit Schmerzen in der Blase sind allgemein Schmerzen gemeint, die von der Ha rn -Blase und nicht etwa von der Gallenblase ausgehen.

Schmerzen in der Blase werden in der Un terbauchregion verspürt. I.d.R. besteht auch ein suprapubischer (= oberhalb des Schambeines gelegener) Druckschmerz. Zusammen mit Schmerzen in der Blase empfinden die betroffenen Patienten meist auch ein gehäuftes Bedürfnis zur Miktion (= Harnlassen)

Schmerzen in der Ha rn- Blase entstehen durch eine Reizung der Blasenwand, meist in Folge einer En tzündung oder Überdehnung derselben aufgrund einer Abflußstörung, die dann zu einer stark gefüllten Blase führt.
Mögliche Ursachen für eine schmerzhafte Überdehnung der Ha rn- Blase:

  1. Blase nsteine

  2. En tzündung des Blase nhalses

  3. begleitende gynäkologische Erkrankungen (= Frauenkrankheiten)

  4. Obstruktion (= Einengung, Verschluß) z.B. infolge eines Prostatakarzinoms (= Krebs de Vorsteherdrüse) oder auch neurogen (= das Nervensystem betreffend) verursacht

  5. Blase ntumor

  6. Blase ntamponade (die Ha rn- Blase ist mit geronnenem Blut gefüllt)

Schmerztherapie bei Schmerzen in der Blase (chronische (= länger als drei Monate anhaltende))

Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung (Urologie) weiterhin Schmerzen in der Blase, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und ihrer Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Länger bestehende, chronische Schmerzen in der Blase erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischen Schmerzen in der Blase sind dies: 

  1. Information über die Erkrankung

  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, evtl. auch Spasmolytika (= Mittel  gegen Krampfzustände), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)

  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter   

  4. Akupunktur

  5. Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)

  6. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Schmerzen in der Blase (chronische):

Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte Triggerpunktbehandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte in der entsprechenden Head Zone (= eine über das zugehörige Rückenmarksegment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) am Un terbauch infiltriert.

Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist die kontinuierliche epidurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter
Neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu unterschät
zender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt, auch der Grenzstrang (= paarige Nervenstränge des unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule) mit einbezogen wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B. chronische Blasenn tzünndung) fast schon kausal (= auf die Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist die sympathikolytische
(= gefässerweiternde und damit durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel einhergehenden) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt. 

Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (= den Lendenbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge (= Betäubungsmittelmenge) und -konzentration so gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus dem gesamten Bauchraum bei weitgehend erhaltener Motorik (= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen können. 
Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade
(= Betäubung) mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom Rüc ken her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko bei Schmerzen (chronische) in der Blase als vertretbar eingestuft werden.

Bei krebsbedingten Schmerzen in der Blase kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.

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